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Politische Tektonik

Wie man anderswo anderwie denkt.

(StS/NYC) Seit ich journalistisch arbeite, lasse ich immer eine zweite Person über meine Entwürfe schauen. Sei es meine Frau oder einen Kollegen. Interessant ist dabei, wie breit doch der Atlantik ist. Seit ich in New York arbeite, habe ich ausreichend schreibende und lektorierende Kollegen um mich, die auch einen Kopf zum Denken haben. Wir gelten hier zwar als liberal-konservative Schreibstube, aber im Grunde ist doch alles sehr gemäßigt, was wir im Auftrag diverser Medienhäuser aller Couleur produzieren. So hat mein Kollege Peter einen meiner Entwürfen für Deutschland mit der Frage kommentiert, "seit wann bist Du denn so links?"

Nun gut, der Artikel erschien und aus ich bekam einen "Liebesbrief" in Form einer ziemlich deftigen E-Mail von einem deutschen Leser, der feststellte, mein Artikel sei AfD (wusste gar nicht, dass Zeitungsbeiträge Mitglieder in Parteien werden können) und überhaupt wäre ich ein "Klappspaten", der für ein "rechtsradikales" Blatt schreiben würde. Aha. 

Zwar kann man der deutschen Ausgabe der Huffington Post so manches nachsagen, aber wahrlich nicht, dass sie rechtsradikal ist. Von dieser Seite des Atlantiks ist die gut gemachte Online-Zeitung aus München eher linksliberal, manchmal sogar deftig links.

Was lernen wir daraus, außer der Tatsache, dass ich ein "Klappspaten" bin? Die Kontinentalplatten trennen offenbar nicht nur Kontinente, sondern auch den Blick auf die Dinge. Vielleicht ist es ja wie mit der Zeitverschiebung. Hier gelte ich als eher links, in Deutschland als rechts. Aber mit zwei Flügeln fliegt es sich immer gut, mir soll es also recht sein.

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